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9. April 2019

Future City Langenfeld – Interview mit Frank Rehme

Innovative Stadtkonzepte sind in aller Munde: Um der Innenstadtverödung in Deutschland entgegenzuwirken, arbeiten viele Städte an einem Weg, den stationären Einzelhandel mit modernen Möglichkeiten des Multi-Channel Retailings zu kombinieren. In der Praxis läuft das aber oftmals nicht ganz so gut, wie anfänglich gedacht. Eine Stadt allerdings hat es geschafft: Das Projekt FUTURE CITY Langenfeld gilt als europaweit einzigartiger Hotspot, der mit Smart City Konzepten Handel und Innenstadtentwicklung für die Zukunft geschaffen hat.

Initiator und Mitverantwortlicher des Projekts ist Frank Rehme, einer der renommierten Experten unserer Initiative für Gewerbevielfalt.

 

Herr Rehme, als innovatives und einzigartiges Projekt verbindet die Future City Langenfeld Handel, Stadt und Kunden durch Ideen, Technik und eigens geschaffene Räume. Wie wird das Angebot von den Bürgern und Geschäftsleuten angenommen?

Frank Rehme: Das Projekt wurde durch intensive Kommunikationsmaßnahmen und Workshops mit Bürgern und Händlern vorbereitet. Die Händler und Bürger zeigen sich durchaus experimentierfreudig und begleiten die Maßnahmen ihren Möglichkeiten entsprechend. So haben wir für die Einführung des Stadtschlüssels einen sogenannten 2 wöchigen Friendly User Test mit 50 Bürgern gemacht. Ein Aufruf reichte, um in 2 Tagen diese Teilnehmerzahl zusammen zu bekommen.

 

Soll das Konzept aus Langenfeld auch in andere Städte in Deutschland übertragen werden?

Frank Rehme: Man kann Langenfeld nicht 1:1 übertragen, denn es gibt einfach keine Schablone für erfolgreiche Stadtkonzepte. Was wir aber entwickeln sind verschiedene Werkzeuge, die für die Vitalisierung von Handelsstandorten und urbanen Erlebnisräumen im digitalen Zeitalter eingesetzt werden können, Jeder kann sich so aus diesen Werkzeugen bedienen und einen eigenen Werkzeugkasten zusammenstellen.

 

Nehmen wir einmal das Beispiel des „Stadtschlüssels“ – auch ein Teil des Konzepts der FUTURE CITY Langenfeld. Eine durchdachte Kombination aus RFID-Karte und NFC-Chip. Mit der Karte kann man kontaktlos ins Parkhaus einfahren, auf den Chip werden nach den getätigten Einkäufen in der Stadt Treuepunkte gutgeschrieben, die dann wiederrum mit der Parkgebühr verrechnet werden. Konnten Sie einen Zusammenhang zwischen der Einführung des Stadtschlüssels und der Frequentierung der ortsansässigen Geschäfte feststellen? Kommen also mehr Kunden in die Stadt und/oder bleiben länger?

Frank Rehme: Wir haben nach 100 Tagen die erste Umfrage zum Stadtschlüssel durchgeführt. 83% fanden den Stadtschlüssel gut bis sehr gut, die Akzeptanz war also sehr hoch. Wichtig war uns aber der Einfluss auf die klassischen Kennzahlen: 20% der Nutzer lassen sich nun mehr Zeit beim Einkauf. Zudem wurde der Convenience-Faktor, den wir anfangs völlig unberücksichtigt gelassen haben, bei den Nutzern sehr hoch angesehen. Man verzichtet auf Kleingeld suchen oder Anstellen am Parkautomaten, die Lösung wurde als ein besonderer Komfortgewinn wahrgenommen.


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