Nachrichten rund um die Initiative

8. April 2020

Café Fritz

In unserer Best-Practice-Serie stellen wir lokale Läden und Betriebe vor, die der Corona-Krise mit kreativen Geschäftsideen trotzen. Die Familienbäckerei „Café Fritz“ ist seit den 50er Jahren in Weil am Rhein. Dieses Städtchen am Drei-Länder-Eck liegt im baden-württembergischen Landkreis Lörrach. Zwar lag Baden-Württemberg mit einem Gewerbevitalitätsindex von 7,0 im bundesweiten Vergleich sehr gut da. Doch bereits vor Corona hatten in dieser Region in den vergangenen Jahren 11 Prozent der Einzelhändler geschlossen. Das Café Fritz punktet trotz Pandemie bei Verbrauchern mit einem eigens eingerichteten Bäcker-Drive-In.

Simon Fritz ist Geschäftsführer des Café Fritz in Weil am Rhein. Die Corona-Krise hat auch ihn stark getroffen. Doch Aufgeben ist für ihn keine Option. Anstelle dessen hat er für seine Bäckerei eine Alternative zum klassischen Verkauf entwickelt. Wie sich sein beruflicher Alltag durch die Corona-Krise verändert hat und mit welchen Maßnahmen er der neuen Situation begegnet, erzählt Simon Fritz im Interview.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf Ihr Unternehmen?

Simon Fritz: Durch die Lage unseres Unternehmens im Dreiländereck kommen viele unserer Kunden aus der Schweiz oder aus Frankreich. Da die Grenzen aktuell geschlossen sind, entstehen Umsatzeinbußen von 80 Prozent. Zusätzlich muss natürlich auch unser Café geschlossen bleiben und die Lieferungen fallen ebenfalls aus.

Mit welchen Maßnahmen reagieren Sie auf die aktuellen Umstände?

Simon Fritz: Auch wenn unser Café geschlossen bleiben muss, möchten wir unseren Kunden leckere Torten, frisches Brot und Brötchen anbieten. Darum haben wir uns dazu entschlossen, die Kunden von der Verkaufstheke aus direkt am Auto zu bedienen. Die Kunden fahren im Auto vor und über eine Rutsche gelangen die Waren vom Gebäude ans Autofenster. Drive-In beim Bäcker. Auch das Bezahlen ist kontaktlos möglich. Bestellen können Kunden vorab per Anruf, SMS oder WhatsApp.

Welche weiteren Auswirkungen erwarten Sie insgesamt für den lokalen Einzelhandel?

Simon Fritz: Wir als kleine Unternehmen haben gerade jetzt Angst vor einer länger andauernden Rezession, die über das Ende der Ausgangsbeschränkung und Grenzschließung hinausgeht.

Empfinden Sie die derzeitigen Maßnahmen der Bundesregierung zur Unterstützung des Einzelhandels während der Corona-Krise als zielgerichtet? Welche weiteren Maßnahmen würden Sie sich wünschen?

Simon Fritz: In meinen Augen sind die Maßnahmen durchaus sinnvoll, um den aktuellen Problemen zu begegnen. In einer Zeit wie dieser, in der wir eine nie dagewesene Situation bewältigen müssen, kommt uns die Politik sehr entgegen. Ich bin sehr zufrieden mit dem, was für die Einzelhändler getan wird, und bin sehr gespannt, welche weiteren Maßnahmen noch umgesetzt werden.

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Über uns:
Die Initiative für Gewerbevielfalt setzt sich für den lokalen Einzelhandel und inhabergeführte Kleingewerbe in Deutschlands Städten und Gemeinden ein.
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