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1. August 2019

Volle Kraft voraus – Siegen macht sich auf „zu neuen Ufern“

Wer der Innenstadtverödung entgegenwirken möchte, muss das Ruder in die Hand nehmen und proaktiv nach Möglichkeiten suchen, um das Stadtzentrum zukunftsfähig zu machen. Mit dem Innenstadtentwicklungskonzept „Siegen – zu neuen Ufern“ hat die Universitätsstadt genau das getan. Diana Zilz, stellvertretende Abteilungsleiterin Wirtschaftsförderung der Stadt Siegen, erklärt, welche Maßnahmen im Rahmen des Projekts umgesetzt wurden und wie sie sich auf die Entwicklung der Innenstadt auswirken.

Frau Zilz, in Siegen ist noch verhältnismäßig viel inhabergeführter Einzelhandel angesiedelt – in anderen Städten in Deutschland sieht das ganz anders aus. Wie kommt das?

Diana Zilz: Siegen ist für ca. 700.000 Menschen in Südwestfalen und den angrenzenden Regionen von Hessen und Rheinland-Pfalz das Zentrum für Handel und Dienstleistungen zwischen Frankfurt und Köln. Im Stadtkern liegen große Shopping-Malls in direkter Nachbarschaft zu individuellen, inhabergeführten Fachgeschäften im traditionsreichen Altstadtquartier. Die Zukunftsfähigkeit einer Innenstadt ist in großem Maße abhängig von ihrer Vitalität und Urbanität. Die Innenstadt ist die Visitenkarte einer Stadt. Innenstädte, in denen das Leben pulsiert und für die stadtentwicklungspolitische Entwicklungen forciert werden, investieren in ihre Zukunft. Mit dem Innenstadtentwicklungskonzept „Siegen – zu neuen Ufern“ hat die Stadt den Startschuss für eine Trendwende gegeben. Wichtige Bausteine waren die Aufwertung des öffentlichen Raums mit der Schaffung neuer Aufenthaltsqualitäten und attraktiven Wegeverbindungen sowie die Aufwertung vorhandener beziehungsweise die Installation neuer Nutzungsbausteine. Dadurch konnte eine Stabilisierung und positive Imageveränderung der Innenstadt Siegens erzielt werden.

Was hat das Projekt „Siegen – zu neuen Ufern“ bewirkt?

Diana Zilz: Das Projekt hat deutliche Impulse für die Ansiedlungsentwicklung in der Einzelhandels- und Gastronomiebranche erzeugt. Existenzgründer, regional ansässige Betriebe, aber auch zahlreiche überregional tätige Unternehmen wurden auf die Siegener Innenstadt aufmerksam. Die proaktive persönliche Ansprache und Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung bildeten bei vielen Ansiedlungsvorhaben die Basis. Neben den Investitionen im öffentlichen Raum haben zwischenzeitlich auch viele Immobilieneigentümer und Gewerbetreibende nachhaltig in den Standort investiert. Die Investitionen der vergangenen Jahre sind im Einzelhandel, in der Gastronomie und in der Wirtschaft angekommen. Die Gesamtattraktivität eines Standortes ist auch für die ansässigen Unternehmen von besonderer Bedeutung, insbesondere beim Thema Fachkräftegewinnung. Das moderne, neue Gewerbegebiet im „Leimbachtal/Martinshardt“ besticht durch die Ansiedlung eindrucksvoller, attraktiver und innovativer Gewerbeunternehmen. Die Verschönerung der Stadt, ein neues Flair und die Steigerung der Lebensqualität insgesamt sind sichtbar.

Was macht Siegen für Kleingewerbetreibende bzw. inhabergeführte Familienunternehmen aus Ihrer Sicht so attraktiv?

Diana Zilz, stellvertretende Abteilungsleiterin Wirtschaftsförderung der Stadt Siegen

Diana Zilz: Als Oberzentrum und Großstadt mit rund 106.000 Einwohnern ist die Universitätsstadt Siegen wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt in Südwestfalen. Siegen zeichnet sich durch Dynamik, Kreativität und Vielfalt aus. Siegen ist Universitätsstadt, verfügt über ein Theater, eine Veranstaltungs- und Kongresshalle, starke Wirtschaftsunternehmen und eine gute Verkehrsanbindung. Die Siegener Innenstadt übernimmt eine gesamtstädtische und überörtliche Versorgungsfunktion mit kurz-, mittel- und langfristigen Bedarfsgütern. Qualitativ ansprechende, inhabergeführte Fachgeschäfte und individuelle Gastronomiekonzepte tragen zu einer nachhaltigen Attraktivitätssteigerung bei. Die Entwicklungsdynamik hat sich sukzessive durch die Fußgängerzone und die angrenzenden Straßenzüge der Innenstadt fortgesetzt.

Bezogen auf die Siegener Innenstadt erzeugt die sichtbar gewordene Sieg mit dem attraktiven Uferboulevard und den modernisierten Fußgängerzonen im Umfeld deutlich mehr Aufenthaltsqualität und steigert die Verweildauer der Besucher in der Innenstadt. Dazu laden auch die Aufenthalts- und Ruhezonen mit Wasserspielen und Spielgeräten für die verschiedenen Zielgruppen ein. Die Besucher und Kunden der Stadt erfreuen sich an der neugestalteten Innenstadt.

Im Rahmen vieler individueller Gespräche mit Immobilieneigentümern, Unternehmern und ansiedlungsinteressierten Betrieben verschiedener Branchen konnte die Wirtschaftsförderung die Entwicklung nachhaltig positiv begleiten.

Weitere Informationen unter: www.siegen.de


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