Nachrichten rund um die Initiative

21. September 2020

“Spaß, Work-Life-Balance und Sinnstiftung stehen stärker im Vordergrund als noch vor 20 Jahren”

Mit dem Bundes-Schülerfirmen-Contest gibt die Unternehmensfamilie Müller Medien jungen Menschen die Möglichkeit, ihr eigenes Unternehmen zu gründen und zu führen. Im zweiten Teil des Interviews spricht CEO Michael Oschmann über die Herausforderungen des Azubi- und Fachkräftemangels für klein- und mittelständische Unternehmen, die notwendige Verzahnung von Bildung und Wirtschaft und die Chancen der Digitalisierung.

Viele Unternehmen haben große Probleme, Nachwuchskräfte zu finden. Die Civey-Befragung unserer Initiative für Gewerbevielfalt zeigt, dass in manchen deutschen Regionen fast ein Viertel der KMU mit dem Nachfolgeproblem zu kämpfen hat. Ihre Einschätzung zum Azubi- und Fachkräftemangel – welche Lösungen gibt es?

Michael Oschmann: Die Ansprüche an einen Arbeitsplatz haben sich stark verändert. Junge Bewerberinnen und Bewerber erwarten spannende und vielfältige Aufgaben. Spaß, Work-Life-Balance und die Sinnstiftung des Unternehmenszwecks – neudeutsch „Purpose“ – stehen stärker im Vordergrund als noch vor 20 Jahren. Dem muss man als Arbeitgeber Rechnung tragen, um im War-of-Talents zu bestehen. Wir setzen stark auf unsere eigene Ausbildung, fördern eigene Talente und versuchen, den Sinn unseres Tuns und die Freude an der Wirkung beim Kunden aktiv in den Vordergrund zu stellen. Zu unser Unternehmensfamilie Müller Medien und ihrem Partnernetzwerk gehören starke Firmen aus verschiedenen Mediensparten, die abwechslungsreiche und zukunftsorientierte Arbeitsplätze und die Möglichkeit für individuelle Karrieren bieten.

Schirmherr des Wettbewerbs ist der deutsche Wirtschaftsminister, Peter Altmaier. Welche Rolle spielt die Politik für die Förderung des Mittelstands und dessen Nachwuchs?

Michael Oschmann: Der Bundes-Schülerfirmen-Contest steht unter der Schirmherrschaft des Bundeswirtschaftsministeriums des amtierenden Wirtschaftsministers Peter Altmaier und wird von der Digitalstaatsministerin Dorothee Bär aus dem Bundeskanzleramt heraus unterstützt. Eine Voraussetzung für die Förderung des Mittelstands sind Schnittstellen zwischen Bildung und Wirtschaft. Eine erfolgreiche Förderung kann nur funktionieren, wenn die Aufmerksamkeit schon frühzeitig auf den Unternehmernachwuchs und die Bedeutung für uns als Gesellschaft gerichtet wird. In der Regel ist das Unternehmerdasein ein Prozess, bestehend aus Erfolgen und Misserfolgen. Junge Unternehmer brauchen deshalb an vielen Stellen Unterstützung und entsprechende Rahmenbedingungen, um langfristig zu existieren.

Geben Sie uns abschließend bitte noch einen kurzen Ausblick: Was erwarten Sie für die Zukunft – wie wird sich die deutsche Unternehmenslandschaft verändern?

Michael Oschmann: Heute und in Zukunft spielt die digitale Transformation eine große Rolle. Digitalisierung, technischer Fortschritt und gesellschaftlicher Wandel werden die Wirtschaft in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Entscheidend sind: ein Umdenken von der Produkt- über die  Kunden- hin zu einer neuen Prozessorientierung, in der viele Partner über Schnittstellen verbunden sind, eine digitalisierte Arbeitswelt sowie lösungsorientiertes und lebenslanges Lernen. Wer sich diesem Prozess verweigert, dem droht akute Gefahr, abgehängt zu werden. Unsere Mission ist es daher, besonders klein- und mittelständische Unternehmen auf ihrem Weg in die Digitalisierung zu begleiten, sei es bei der Darstellung oder bei der Integration in diese Prozesse und Ökosysteme.

Hier geht’s zu Teil 1 des Interviews.


Über uns:
Die Initiative für Gewerbevielfalt setzt sich für den lokalen Einzelhandel und inhabergeführte Kleingewerbe in Deutschlands Städten und Gemeinden ein.
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