Nachrichten rund um die Initiative

17. September 2020

‘KMU bilden das Fundament unserer Wirtschaft’

Seit mittlerweile 10 Jahren fördert die Unternehmensfamilie Müller Medien mit dem Bundes-Schülerfirmen-Contest junge Menschen bei der Entwicklung eigener Geschäftsideen und -modelle. CEO Michael Oschmann erklärt im Interview, warum es so wichtig ist, Schüler mit den Themen Unternehmensgründung und -führung vertraut zu machen, und gibt Einblicke in die Arbeit der Jungunternehmer.

 Lieber Herr Oschmann, stellen Sie uns eingangs gerne kurz Ihr Projekt vor. Was genau verbirgt sich hinter dem Bundes-Schülerfirmen-Contest und in welcher Verbindung dazu steht die Müller Medien GmbH?

Michael Oschmann: Der Bundes-Schülerfirmen-Contest, auch BSC genannt, ist eine Initiative der Unternehmensfamilie Müller Medien, die wir 2010 ins Leben gerufen haben. Ziel ist es, den Gründergeist bereits im Jugendalter zu wecken und durch Auszeichnungen mitsamt der LehrerInnen auch zu wertschätzen. Es handelt sich dabei um einen zweistufigen Wettbewerb für Schülerfirmen. Wir ermitteln dabei die zehn besten Schülerfirmen Deutschlands und prämieren die Gewinner im Rahmen einer Festveranstaltung mit Geldpreisen für neue Investitionen. Schülerfirmen sind im Übrigen echte Unternehmen, die von Schülerinnen und Schülern eigenverantwortlich gegründet und organisiert werden. Um am BSC teilnehmen zu können, registrieren sich die Schülerfirmen mit einem Profil auf unserem Online-Portal. Im ersten Schritt startet ein öffentliches Online-Voting unter allen registrierten Teilnehmern. Im zweiten Schritt wählt unsere Jury aus den Top-20 gevoteten Schülerfirmen die zehn Preisträger des jeweiligen Wettbewerbsjahres aus.

Was war Ihre Motivation, diesen Wettbewerb ins Leben zu rufen, und wie genau fördern Sie damit Jungunternehmer?

Michael Oschmann: In Deutschland haben wir eine vielfältige Basis an kleinen und mittelständischen Unternehmen. Sie bilden das Fundament unserer Wirtschaft. Dafür brauchen wir Menschen, die sich trauen, etwas zu starten – und andere, die diese ermutigen und unterstützen. Dieser Gedanke kann schon früh gefördert werden. Leider spielt die berufliche Selbstständigkeit als mögliche Perspektive für junge Menschen in unserem Bildungssystem eine noch zu kleine Rolle. Mit unserer Initiative haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, den Unternehmernachwuchs schon während der Schulzeit zu stärken. Es gibt bereits viele Schülerinnen, Schüler und auch Lehrkräfte, die sich mit dem Thema Unternehmensgründung und -führung erfolgreich auseinandersetzen. Diesen Schülerfirmen bieten wir eine öffentliche Plattform und möchten gleichzeitig das Engagement würdigen. Jedes Jahr loben wir Preisgelder in Gesamtwert von 8.000 Euro aus.

Welche neuen Geschäftsideen und -modelle haben Sie in der Vergangenheit besonders beeindruckt? Was kann Deutschlands Mittelstand von diesen jungen Unternehmertalenten lernen?

Michael Oschmann: Das ist eine schwierige Frage, da hinter jeder Einreichung nicht nur eine tolle Problemlösung, sondern wichtige Geschichten, persönliche und fachliche Voraussetzungen, viel Hirnschmalz, Überwindungen und Engagement stecken. Im Laufe der letzten zehn Wettbewerbsjahre haben wir vielfältige Geschäftsideen kennenlernen dürfen. Viele können sich kaum vorstellen, wie professionell Schülerfirmen aufgebaut und organisiert sind. Zum Beispiel die Schülerfirma „REVELC“ aus Kaiserslautern. 16 junge Unternehmer bauen und verkaufen den sogenannten „Smartmirror“. Eine innovative Kombination aus Spiegel mit Displayfunktion, um Content im Einzelhandel geschickt zu platzieren. Die Schülerfirma REVELC wurde 2018 von uns ausgezeichnet. Die Schülerfirma CC-Stadtfeld aus Wernigerode hat einen intelligenten Mülleimer entwickelt, der eigenständig Müll trennt und sich meldet, wenn er voll ist.


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